Die Frage nach der tatsächlichen Menge an verschiedenen Bierstilen ist nicht einfach zu beantworten. Viele, teils nur regional gebraute Stile sind über die Jahre verschwunden, wurden wiederentdeckt, abgewandelt oder ganz neu interpretiert. Aber wieviele Bierstile gibt es denn nun und wer legt sie fest?

Manche Quellen sprechen von 150 Bierstilen weltweit, doch sind klare Zuordnungen einzelner Biere zu dem jeweiligen Stil zum Teil recht schwierig. Da gibt es zum einen Kreationen, die verschiedene Bierstile miteinander kombinieren (ein mit Rauchmalz gebrautes India Pale Ale wird so zum Rauch-IPA) zum anderen ist es manchmal auch nur die Begrifflichkeit, die sich ändert.

Die Bezeichnung „Kölsch“ beispielsweise ist eine eingetragene geschützte geografische Angabe (ggA), definiert in der Kölsch-Konvention von 1985. Kölsch darf demnach nur im Stadtgebiet von Köln gebraut und vertrieben werden. Wenn also jemand ein in Düsseldorf gebrautes Kölsch vertreiben möchte, so kann er dies nur unter einer anderen Stil-Benennung wie „Golden Ale“ oder auch als „Wiess“ tun, wenn es unfiltriert bleiben soll.

Wann ist ein Pils ein Pils und wer bestimmt das?

Das „Beer Judge Certification Program“, kurz BJCP, ist eine 1985 in den USA gegründete non-profit Organisation, die eine größere „Bierkompetenz“ durch Wissen, Verständnis und die Wertschätzung von Bier fördert. Dies erreicht sie durch die Entwicklung von standardisierten Werkzeugen, Methoden und Prozessen, um Bier in einer strukturierten Vorgehensweise zu evaluieren, zu bewerten und entsprechendes Feedback geben zu können. Es geht sozusagen um den richtigen „Biersprech“.

Nach einer entsprechenden Ausbildung zertifiziert das BJCP die Teilnehmer dann als „Beer Judges“. Diese können dann unter anderem an Wettbewerben teilnehmen, bei denen Biere bewertet und ausgezeichnet werden.

Dazu muss natürlich erstmal definiert sein, was einen bestimmten Bierstil auszeichnet und was ihn von anderen abgrenzt. Und dafür werden vom BJCP bestimmte Merkmale wie Rezeptur, Farbe, Alkoholgehalt oder Bitterkeit für jeden einzelnen Bierstil benannt und festgelegt. Daraus ergibt sich dann eine Klassifizierung der verschiedenen Bierstile, die in den Beer Style Guidelines abgebildet wurden.

Ein IPA ist ein IPA ist ein IPA?

Wer schon einmal verschiedene Biere von unterschiedlichen Brauereien probiert hat, wird festgestellt haben, dass es zum Teil große Unterschiede bei den einzelnen Stilen geben kann. Ein IPA von der Brauerei XY schmeckt ganz anders als jenes von der Brauerei YX. Das liegt an vielen verschiedenen Faktoren.

Die Qualität des Wassers trägt genauso zum Geschmack des Bieres bei wie die Rohstoffe Malz, Hopfen und Hefe, die zum Bierbrauen verwendet werden. Wenn man darüber hinaus bedenkt, dass es gerade vom Hopfen viele hunderte Sorten gibt, so braucht man nicht viel Phantasie, um zu erkennen, dass die Kombination der unterschiedlichen Zutaten untereinander eine schier grenzenlose Geschmacks-Vielfalt ermöglichen.

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